Mit dem Hund sicher im Auto unterwegs – im Sommer und Winter

Mit dem Hund sicher im Auto unterwegs – im Sommer und Winter

Ob kurze Fahrt zum Tierarzt oder lange Urlaubsreise: Hunde müssen im Auto zuverlässig gesichert und vor Hitze, Kälte und unnötigem Stress geschützt werden. Mit der richtigen Vorbereitung kommen Tier und Insassen sicherer und entspannter ans Ziel.

Für viele Hundehalter gehört das Autofahren zum Alltag. Der Hund begleitet die Familie zum Spaziergang, in den Urlaub oder zu einem Termin in der Tierarztpraxis. Dabei genügt es jedoch nicht, dem Tier lediglich einen Platz im Fahrzeug zuzuweisen. Ein Hund, der sich während der Fahrt frei bewegen kann, gefährdet bei einer Vollbremsung oder einem Unfall nicht nur sich selbst, sondern auch die Menschen im Auto.

Hinzu kommen jahreszeitliche Belastungen. Im Sommer kann sich der Innenraum innerhalb kurzer Zeit lebensgefährlich aufheizen. Im Winter setzen Nässe, Kälte und Streusalz manchen Tieren zu. Eine sichere Autofahrt mit Hund beginnt deshalb bereits vor dem Einsteigen.

Hunde müssen während der Fahrt gesichert sein

Wer ein Fahrzeug führt, muss dafür sorgen, dass Tiere die Sicht und das Gehör nicht beeinträchtigen und die Verkehrssicherheit nicht gefährden. Das ergibt sich aus § 23 der Straßenverkehrs-Ordnung. Für die Sicherung im Fahrzeug werden Hunde außerdem nach den Grundsätzen der Ladungssicherung behandelt. Nach § 22 StVO muss alles im Auto so verstaut und gesichert sein, dass es bei einer Vollbremsung oder einem plötzlichen Ausweichmanöver nicht verrutscht oder umhergeschleudert wird.

Ein Hund sollte deshalb niemals ungesichert auf dem Rücksitz, dem Beifahrersitz oder im Kofferraum mitfahren. Auch ein Trenngitter allein schützt vor allem die Personen im Fahrgastraum. Für den Hund selbst bietet es bei einem Aufprall nur begrenzten Schutz. Der ADAC empfiehlt daher, Tiere zusätzlich mit einer geeigneten Transportbox für den Hund oder einem passenden Gurtsystem zu sichern.

Welche Lösung am besten geeignet ist, hängt von der Größe des Hundes, dem Fahrzeug und der Häufigkeit der Fahrten ab.

Transportbox, Sicherheitsgeschirr oder Trenngitter?

Eine stabile Transportbox für Hunde zählt zu den sichersten Möglichkeiten, das Tier im Auto unterzubringen. Sie verhindert, dass sich der Hund frei im Fahrzeug bewegt, und begrenzt bei einem Unfall den Raum, in dem er unkontrolliert umhergeschleudert werden kann.

Die Box muss zur Größe des Hundes passen. Das Tier sollte darin aufrecht stehen, sich umdrehen und bequem hinlegen können. Eine übermäßig große Box ist jedoch nicht automatisch sicherer, weil der Hund bei abrupten Fahrmanövern stärker gegen die Innenwände geschleudert werden kann.

Kleinere Transportboxen lassen sich häufig im Fußraum hinter einem Vordersitz unterbringen. Größere Boxen stehen in Kombis oder SUVs meist im Laderaum, möglichst direkt hinter der Rücksitzlehne. Dort müssen sie zuverlässig befestigt werden, damit sie bei einer Vollbremsung weder verrutschen noch umkippen können. Auch der ADAC weist darauf hin, dass eine im Kofferraum aufgestellte Box zusätzlich gesichert werden sollte.

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Für kleinere und mittelgroße Hunde kann ein geprüftes Sicherheitsgeschirr eine Alternative sein. Es wird mit einem kurzen, stabilen Gurtsystem an einem dafür vorgesehenen Befestigungspunkt im Fahrzeug angebracht. Wichtig ist, dass es sich um ein geeignetes Brustgeschirr handelt, das die auftretenden Kräfte möglichst großflächig verteilt.

Ein Halsband darf nicht zur Sicherung während der Fahrt verwendet werden. Bei einem starken Bremsmanöver würden die Kräfte unmittelbar auf Hals und Wirbelsäule wirken. Auch improvisierte Leinen, Gepäckspanner oder einfache Karabiner bieten keinen ausreichenden Schutz.

Lebensgefahr durch Hitze im Auto

Im Sommer wird ein geparktes Auto schnell zur Hitzefalle. Selbst bei bewölktem Himmel oder einem leicht geöffneten Fenster kann die Temperatur im Innenraum innerhalb weniger Minuten auf ein lebensgefährliches Niveau steigen. Der Deutsche Tierschutzbund warnt davor, Hunde auch nur kurz allein im geparkten Fahrzeug zurückzulassen. Ein Schattenplatz oder ein Fensterspalt reichen nicht aus, um die Wärmeentwicklung zuverlässig zu verhindern.

Hunde können ihre Körpertemperatur nicht wie Menschen durch Schwitzen am ganzen Körper regulieren. Sie geben Wärme vor allem über das Hecheln und in begrenztem Umfang über die Pfoten ab. Bei hohen Temperaturen kann dieses Kühlsystem schnell überfordert sein. TASSO weist darauf hin, dass sich ein Auto bereits bei vergleichsweise milden Außentemperaturen stark aufheizen kann.

Besonders gefährdet sind:

  • Welpen und ältere Hunde
  • Tiere mit Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen
  • übergewichtige Hunde
  • Hunde mit dichtem oder langem Fell
  • kurznasige Rassen wie Mops, Französische Bulldogge oder Englische Bulldogge

Anzeichen einer Überhitzung können starkes und anhaltendes Hecheln, Unruhe, Taumeln, Erbrechen, auffällige Schwäche oder Teilnahmslosigkeit sein. In einem solchen Fall handelt es sich um einen tiermedizinischen Notfall. Der Hund muss aus der Hitze gebracht, vorsichtig gekühlt und so schnell wie möglich tierärztlich versorgt werden.

Autofahrten bei hohen Temperaturen richtig planen

Längere Fahrten sollten im Sommer möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden gelegt werden. Vor der Abfahrt ist es sinnvoll, den Innenraum zu lüften und anschließend auf eine angenehme Temperatur zu bringen.

Eine Klimaanlage kann die Fahrt erleichtern, sollte den Hund jedoch nicht dauerhaft mit sehr kalter Luft oder direktem Luftstrom anblasen. Auch Zugluft durch ein weit geöffnetes Fenster kann die Augen und Atemwege reizen. Den Kopf während der Fahrt aus dem Fenster zu halten, ist ebenfalls riskant: Neben Zugluft können Staub, Insekten oder kleine Fremdkörper Verletzungen verursachen.

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Auf längeren Strecken braucht der Hund regelmäßig Wasser sowie Pausen, in denen er sich bewegen und lösen kann. Der ADAC empfiehlt spätestens alle zwei bis drei Stunden eine Unterbrechung. Bei großer Hitze oder unruhigen Tieren können kürzere Abstände sinnvoll sein.

An Raststätten und Parkplätzen sollte der Hund bereits vor dem Öffnen der Autotür angeleint sein. Die ungewohnte Umgebung, Verkehrslärm oder vorbeifahrende Fahrzeuge können selbst ruhige Tiere erschrecken.

Auch im Winter braucht der Hund Schutz

Im Winter entstehen andere Belastungen. Besonders kleine, ältere, kranke oder kurzhaarige Hunde können während einer längeren Fahrt schneller auskühlen. Ein nasses Fell verstärkt diesen Effekt.

Nach einem Spaziergang sollte der Hund deshalb gründlich abgetrocknet werden, bevor er in seine Transportbox oder auf seinen Platz im Fahrzeug kommt. Eine trockene, rutschfeste Unterlage erhöht den Komfort und verhindert, dass das Tier bei Kurven oder Bremsmanövern den Halt verliert.

Eine Decke kann zusätzlichen Schutz vor einem kalten Fahrzeugboden bieten. Sie darf jedoch die Belüftungsöffnungen einer Transportbox nicht verdecken. Das Auto sollte angenehm temperiert sein, ohne den Innenraum zu überheizen.

Nach dem Spaziergang lohnt sich außerdem ein Blick auf die Pfoten. Streusalz, Split und kleine Eisstücke können sich zwischen den Ballen festsetzen und die Haut reizen. Rückstände lassen sich mit lauwarmem Wasser entfernen. Anschließend sollten die Pfoten sorgfältig abgetrocknet werden.

Pausen, Wasser und Fütterung richtig einplanen

Auch bei niedrigen Temperaturen braucht der Hund auf längeren Autofahrten regelmäßige Pausen. Bewegung hilft, Stress abzubauen, und ermöglicht dem Tier, sich zu lösen. Frisches Wasser sollte unabhängig von der Jahreszeit verfügbar sein.

Eine große Mahlzeit unmittelbar vor der Abfahrt ist nicht empfehlenswert. Bei empfindlichen Hunden kann ein voller Magen Reiseübelkeit begünstigen. Größere Portionen sollten daher mit ausreichendem zeitlichem Abstand zur Fahrt oder erst nach der Ankunft angeboten werden.

Hunde, die regelmäßig unter Übelkeit leiden, stark speicheln, hecheln oder sich während der Fahrt übergeben, sollten tierärztlich untersucht werden. Medikamente oder Beruhigungsmittel dürfen nur nach Rücksprache mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt verabreicht werden.

Den Hund schrittweise an das Autofahren gewöhnen

Nicht jeder Hund steigt von Anfang an entspannt ins Auto. Manche Tiere verbinden das Fahrzeug ausschließlich mit unangenehmen Erlebnissen, etwa einem Tierarztbesuch. Andere reagieren empfindlich auf Motorgeräusche, Bewegungen oder die ungewohnte Umgebung.

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Eine langsame Gewöhnung kann helfen. Zunächst darf der Hund das stehende Auto erkunden. Anschließend folgen kurze Aufenthalte bei laufendem Motor und später kurze Fahrten. Das Ziel sollte anfangs mit einer positiven Erfahrung verbunden sein, beispielsweise einem Spaziergang an einem vertrauten Ort.

Auch die Transportbox sollte nicht erst unmittelbar vor einer langen Reise eingeführt werden. Steht sie zu Hause offen und wird mit einer vertrauten Decke, Ruhe und kleinen Belohnungen verbunden, kann der Hund sie als geschützten Rückzugsort kennenlernen. Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt ebenfalls, Tiere bereits im Alltag an das Auto und die Hundebox zu gewöhnen.

Vor längeren Reisen rechtzeitig vorbereiten

Vor einer Urlaubsfahrt empfiehlt sich ein kurzer Gesundheitscheck. Das gilt besonders für ältere Hunde, chronisch kranke Tiere und Hunde, die zu Reiseübelkeit oder starker Unruhe neigen.

Bei Fahrten ins Ausland müssen zusätzlich die Einreisebestimmungen des Ziellandes und aller durchquerten Staaten geprüft werden. Je nach Reiseziel können ein gültiger EU-Heimtierausweis, eine Kennzeichnung per Mikrochip, bestimmte Impfungen oder zusätzliche Behandlungen vorgeschrieben sein.

Zur Reiseausstattung gehören unter anderem:

  • ausreichend Wasser und ein standfester Napf
  • Leine, Geschirr und gegebenenfalls eine Ersatzleine
  • eine vertraute Decke oder Unterlage
  • Kotbeutel und Handtücher
  • Futter für die Reisedauer
  • notwendige Medikamente
  • Kontaktdaten einer Tierarztpraxis am Urlaubsort
  • Heimtierausweis und weitere erforderliche Dokumente

Sicher ankommen beginnt mit guter Vorbereitung

Eine sichere Autofahrt mit Hund hängt nicht von einem einzelnen Zubehörteil ab. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus geeigneter Sicherung, einem passenden Platz im Fahrzeug, regelmäßigen Pausen und einer auf die Wetterlage abgestimmten Reiseplanung.

Im Sommer gilt vor allem: Ein Hund gehört niemals allein in ein geparktes Auto. Im Winter schützen eine trockene Unterlage, eine angemessene Temperatur und sorgfältig gereinigte Pfoten vor unnötigen Belastungen. Wer das Tier schrittweise an Fahrten gewöhnt und seine individuellen Bedürfnisse berücksichtigt, schafft die besten Voraussetzungen für eine sichere und möglichst entspannte Reise.