Gute Motorradbekleidung muss nicht die teuerste sein, um beim Fahren zuverlässig zu schützen. Ein hoher Preis ist nicht immer allein auf die verwendeten Materialien zurückzuführen, sondern kann auch von der Marketingstrategie einer Marke beeinflusst sein. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten Modelle, deren Schutzklasse nach EN 17092 dokumentiert ist und deren Protektoren nach EN 1621 zertifiziert sind und die zum eigenen Fahrprofil passen – unabhängig davon, wie bekannt das Logo ist.
Was bedeutet Smart Shopping in der Motorradbranche und wie kann man vermeiden, zu viel für Marketing zu bezahlen?
Smart Shopping bedeutet, Motorradbekleidung anhand ihrer tatsächlichen Eigenschaften auszuwählen und nicht allein nach Preis oder Bekanntheit des Herstellers. Marketing, Vertrieb und der Aufbau einer Markenreputation gehören zu den Faktoren, die den Endpreis mitbestimmen.
Bei der Kaufentscheidung sollte man vor allem auf Folgendes achten:
- Zertifizierung – Die Norm EN 17092 teilt Motorradbekleidung in die Klassen AAA, AA, A, B und C ein; AAA steht für den höchsten Abriebschutz. Die Klasse ist auf dem eingenähten Etikett angegeben.
- Protektoren – Gelenkprotektoren werden nach EN 1621-1 geprüft: Level 1 lässt im Mittel bis zu 35 kN durch, Level 2 höchstens 20 kN. Für Rückenprotektoren gilt EN 1621-2.
- Materialien – Abriebfestigkeit, Nahtkonstruktion und Verarbeitung entscheiden mehr als die Zahl der Zusatzfunktionen. Angaben wie Polyester 600D oder Cordura ergänzen die Schutzklasse, ersetzen sie aber nicht.
- Funktionalität – Belüftung, herausnehmbare Membranen oder Verstellmöglichkeiten erhöhen den Komfort nur, wenn sie zum Einsatzzweck passen.
Das bedeutet nicht, dass teurere Produkte unnötig sind. Ein höherer Preis kann durch bessere Materialien oder eine aufwendigere Konstruktion gerechtfertigt sein. Entscheidend ist, ob man diesen Mehrwert tatsächlich nutzt.
Was sollte sichere Motorradbekleidung für verantwortungsbewusste Fahrer auszeichnen?
Sichere Motorradbekleidung sollte in erster Linie zur jeweiligen Fahrweise passen; der Preis ist dabei nicht das einzige Kriterium. Im täglichen Stadtverkehr gilt Klasse A als Untergrenze und AA als sinnvoller Standard; für Touren und Rennstrecke sind AA bzw. AAA die passende Wahl.
Sinnvoll ist es, auf abriebfeste Materialien und zertifizierte Protektoren zu setzen. Ebenso entscheidend ist die Passform: Selbst hochwertige Protektoren erfüllen ihre Funktion nicht, wenn sie sich während der Fahrt gegenüber dem Körper verschieben.
Wie konkret das aussehen kann, zeigt der polnische Hersteller Rebelhorn: Die Textiljacke Vandal 2 TEX ist nach EN 17092-3:2020 in Klasse AA zertifiziert und wird serienmäßig mit Level-2-Protektoren an Schultern, Ellbogen und Rücken geliefert. Die Lederversion Vandal 2 erreicht nach EN 17092-2:2020 die Klasse AAA. Die CE-Konformitätserklärungen sind auf der Website des Herstellers einsehbar.
Beim Kauf von Rebelhorn-Produkten bei einem autorisierten Händler lässt sich zusätzlich das kostenlose Programm „5 Jahre Schutz“ nutzen. Es ergänzt die zweijährige Standardgarantie um Reparaturen registrierter Produkte; die Registrierung muss innerhalb von 14 Tagen nach dem Kauf erfolgen. Ist ein registriertes Teil nicht mehr reparierbar, gibt es 50 Prozent Rabatt auf den nächsten Einkauf.
Welche Kauffehler führen bei Motorradfahrern am häufigsten zu unnötigen Kosten?
Zu viel für Motorradausrüstung zu bezahlen, ist häufig das Ergebnis falscher Entscheidungen im Geschäft oder unmittelbar nach dem Kauf. Manche Fehler führen dazu, dass komplette Ausrüstungen schon nach kurzer Zeit ersetzt werden müssen.
Zu den häufigsten Fehlern, die zusätzliche Kosten verursachen, gehören:
- Eine zu große Größe kaufen – Lockere Bekleidung kann dazu führen, dass sich Protektoren bei einem Sturz verschieben und das Material bei höheren Geschwindigkeiten flattert.
- Falsche Pflege – Das Waschen von Bekleidung mit Membran mit herkömmlichen Waschmitteln und Weichspülern kann deren Mikroporen dauerhaft verstopfen und die wasserabweisenden Eigenschaften beeinträchtigen.
- Den Kauf eines Rückenprotektors aufschieben – Viele Jacken werden nur mit einer Tasche dafür geliefert; ohne Nachrüstung bleibt der Rücken ungeschützt.
- Kauf aufgrund kurzfristiger Trends – Bekleidung auszuwählen, die sich schnell als unpraktisch erweist und durch ein besser geeignetes Modell ersetzt werden muss.
